Der Bergbauweg Bexbach-Wellesweiler führt großen Teils durch einen wunderschönen Buchenwald und erschließt eine reizvolle Landschaft, die auf den ersten Blick fast unberührt von industrieller Nutzung zu sein scheint. Doch der erste Eindruck trügt. Es finden sich eine Vielzahl hochinteressanter Spuren und Relikte, wenn wir unserem Auge die Möglichkeit geben, sie zu erkennen. Denn so wie der Bergbau mit seinen monumentalen Bauwerken - Fördergerüsten, Maschinenhäuser, Kohlenwäschen- aus unserer täglichen Alltagswahrnehmung verschwunden ist, hat auch unser Auge die Fähigkeit verloren, die "kleinen Spuren am Wegesrand" zu erkennen. Auf unserer Wanderung durch den Wald zwischen Bexbach und Wellesweiler werden wir Sie mit vielen stummen Zeugen aus längst vergangener Zeit bekanntmachen und versuchen, diese zum sprechen zu bringen. Die Ortssilhouette von Frankenholz ist noch heute vom Bergbau geprägt. Schon von weitem sichtbar ist die ausgeprägte Spitzkegelhalde direkt neben der ehemaligen Schachtanlage.

Im Ortsbild erinnert den Ortsfremden inzwischen nur noch wenig unmittelbar an den Bergbau, der hier über rund drei Generationen hinweg professionell und ertragreich betrieben wurde. Die 1954 geschlossene Grube Frankenholz war lange Zeit die größte und ertragreichste Anlage in der Saarpfalz und die wichtigste private Steinkohlengrube im Königreich Bayern. Große Namen, heute vielfach zu Unrecht vergessen oder in einem ganz anderen Zusammenhang bekannt, waren mit der Gründung und Finanzierung der Anlage verbunden. Als Beispiele seien erwähnt August Ferdinand Culmann, u.a. Abgeordneter in der Frankfurter Paulskirche und engagierter Streiter in Sachen Demokratie, oder Christian Dingler aus Zweibrücken, einer der ganz großen Maschinenbaupioniere unserer Region und lange Zeit führender Hersteller von Dampfmaschinen. Bereits zur Jahrhundertwende verdienten auf Grube Frankenholz mehr als 1000 Bergleute ihr täglich Brot. Aus der ganzen Umgebung wanderten hunderte täglich zur Schicht. Viele, die von weiter her kamen, verbrachten nach der Arbeit die Woche in den Schlafhäusern.

Rund 15 Jahre wurde im Bereich Höchen/Waldmohr ein Bergbauprojek verfolgt, über das noch heute die Meinungen weit auseinandergehen und dessen Geschichte sich liest wie ein moderner Wirtschaftskrimi Die dürren Fakten sind schnell erzählt. 1889 begann eine Unternehmergruppe mit Abteufarbeiten am Schacht Fortuna, um - nach eigener Angaben - eines der modernsten und leistungsfähigsten Steinkohle-Bergwerke Europas aufzubauen. Das Echo war von Anfang an geteilt. Ei nerseits setzten Investoren und Aktionäre große Hoffnungen in das Vorhaben und investierten die für damalige Verhältnisse fast unvorstellbare Summe von 6,5 Mio. Mark, andererseits wiesen Bergbauspezialisten immer wieder darauf hin, daß in dieser "Ecke des Reviers" kaum Aussicht auf reiche Ausbeute bestünde. Trotz aller Warnungen wuchs die Anlage stetig. Es enstand das damals größte Fördergerüst im Saarrevier Schacht Wilhelmine, der mit 867 Metern Teufe seinerzeit der tiefste Schacht im gesamten Saar-Revier war.

Es wurde eine eigene Bahnlinie vom Bahnhof Waldmohr zur Verladestation der Grube gebaut, modernste Maschinen wurden installiert und dennoch kam Ende 1904 schlagartig das Aus. Die Gesellschaft machte Pleite, die Anlage wurde teilweise rückgebaut, die Natur eroberte ihr Areal zurück. Bis heute ist ungeklärt, ob es sich bei der "Aktion Consolidirtes Nordfeld" um ein betrügerisches Spekulationsprojekt handelte oder um eine gewagte Risiko-Investition seriöser Unternehmer.

Noch immer gibt es Vieles von damals zu entdecken und zu erfahren wenn Sie mit uns zu diesen geschichtsträchtigen Orten wandern. Der Weg führt weitestgehend durch den Wald, teilweise auf etwas schwierigen Pfaden und hat einige mittlere Steigungen.